"Die Landwirtschaft ist ein wichtiger Zukunftspartner. Für das Land, seine Menschen – und das Wasser. Die Kooperation mit Wasserversorgern und der Wasserwirtschaft steht für mich deutlich vor gesetzlichen Regelungen!" Bernhard Weiler, Bezirkspräsident Bayerischer Bauernverband, Bezirk Unterfranken

Landwirtschaft und Gartenbau

Schlepper mit Ladewagen auf einer Wiese. Im Vordergrund ist ein kleiner Bach. Foto: Christoph Ziechhaus-HarteltIn Unterfranken werden mehr als 40 Prozent der Fläche landwirtschaftlich genutzt. Die Landwirte sind damit die wichtigsten Partner beim Grundwasserschutz. Obwohl sie in Unterfranken genauso ordnungsgemäß wirtschaften wie in anderen Regionen Bayerns, hat die Landwirtschaft einen großen Einfluss auf Einträge in das Grundwasser. Eine kleinräumige Landschaftsstruktur, ausgeprägte Vorsommertrockenheit und enge Dorflagen schaffen erschwerte Voraussetzungen.

Für die öffentliche Trinkwasserversorgung ist vor allem das Nitrat eine große Herausforderung, das über stickstoffhaltige Dünger in den Boden gelangt. Die für Unterfranken typischen flachgründigen Böden und das durchlässige Gestein können den Nährstoff kaum speichern und zurückhalten. Und ist das Nitrat erst einmal ins Grundwasser gesickert, wird es dort kaum mehr verdünnt, da Unterfranken eine der regenärmsten Regionen Bayerns ist. Mit einer angepassten Bewirtschaftung ihrer Flächen können die Landwirte jedoch einen bedeutenden Beitrag für den Grundwasserschutz leisten.

Zwei Strategien – ein Ziel

Die Aktion Grundwasserschutz verfolgt Projekte, die die Anpassung der Landwirtschaft an die besonderen Boden-, Gesteins- und Klimabedingungen in Unterfranken unterstützen. Seine Böden mit ausgewählten Feldfrüchten und Fruchtfolgen grundwasserverträglich zu bewirtschaften, bedeutet für den Landwirt einen höheren Aufwand bei der Flächenbewirtschaftung, höhere Risiken und geringere Erträge. Über Kooperationen mit Wasserversorgungsunternehmen und Nutzung von Agrarumweltprogrammen erhalten die Bauern einen finanziellen Ausgleich.

Auch für Landwirte, die an der Umstellung auf ökologischen Landbau interessiert sind, bietet die Aktion Grundwasserschutz mit Informationen, Beratung und der Vernetzung mit Marktpartnern eine
Hilfestellung. Sowohl der ökologische Landbau als auch der grundwasserverträgliche konventionelle Landbau bieten das Potenzial, das Grundwasser nachhaltig zu schützen.


Aktiver Grundwasserschutz durch Landwirte:

Grundwasserschutz und Landwirtschaft

AgrarbiotopNitrat ist das Hauptproblem des unterfränkischen Grundwassers. Es gelangt vor allem über stickstoffhaltige Mineraldünger ins Grundwasser. Mit einer angepassten Bewirtschaftung ihrer Flächen können Landwirte die Nitrateinträge deutlich reduzieren. Die Aktion Grundwasserschutz informiert und unterstützt die Landwirte mit verschiedenen Maßnahmen. [mehr]


Ökologischer Landbau

Traktor mit 6-ScharpflugDer ökologische Landbau wendet viele grundwasserschonende Bewirtschaftungsmaßnahmen an. Mit der Initiative "Grundwasserschutz durch Öko-Landbau" will die Regierung von Unterfranken den ökologischen Landbau in Zusammenarbeit mit Landwirten, Erzeugergemeinschaften, Verarbeitern, Handel und Beratern ausweiten. [mehr]


Belieferung von Großküchen

Köchin in GroßkücheGroßküchen, wie z.B. Mensen, Kantinen oder Catering-Betriebe, bieten für regionale Erzeuger interessante Absatzmöglichkeiten. Auf der Online-Plattform "Vermarktungsnetzwerk Landwirte-Großküchen" können sich regionale Landwirte, Schälbetreibe und Verarbeiter mit ihrem Angebot präsentieren. [mehr]


Regionale Kooperationen

Landwirt und Abnehmer begutachten GetreideFür viele Produkte können die Rohstoffe aus der Region geliefert  werden – das trägt nicht nur zum Grundwasserschutz bei, sondern schont auch die  Umwelt und stärkt die regionale Wirtschaft. Die Aktion Grundwasserschutz entwickelt und fördert Strategien für die Vermarktung grundwasserverträglicher Produkte aus der Region.  [mehr]