Nachhaltige Entwicklung braucht Zusammenarbeit

Für viele Produkte können die Rohstoffe in der eigenen Region hergestellt werden – das kann den Schutz der Grundwassers fördern, die Umwelt schützen, die regionale Wirtschaft stärken und auch zur Sicherung von Arbeitsplätzen beitragen. Einige Beispiele:


Brauer und Bauer – ein erfolgreiches Duo

Grafik Vergleich Düngerabgaben bei Brotweizen und BraugersteIn Franken herrscht heute noch die höchste Brauereidichte der Welt. Rund 50 Brauereien gibt es allein in Unterfranken. Somit ist auch der Anbau von Braugetreide dort traditionell stark verwurzelt. Die vergleichsweise trockene Region bietet optimale Standortvoraussetzungen für den Braugerstenanbau. Und die Brauereitradition bringt auch Vorteile für den Grundwasserschutz: Die Brauereien benötigen Malz aus möglichst eiweißarmer Gerste. Damit kann der Landwirt beim Anbau von Braugerste auf intensive Düngung verzichten. Folglich gelangt weniger Nitrat in den Boden als beispielsweise beim Anbau von Brotweizen (siehe Abbildung).
Allerdings hat sich die Anbaufläche von Braugetreide in Unterfranken in den letzten 25 Jahren halbiert. Weil viele Verbraucher preisgünstige Ware verlangen, suchen Brauereien häufig das billigste Braugetreide, anstatt auf dessen regionale Herkunft Wert zu legen. Diesem Trend sollten Brauereien und Landwirte gemeinsam entgenwirken. Denn Bier aus regionalem Braugetreide hat Vorteile für die Landwirte vor Ort, für regionale Wirtschaftskreisläufe - und für den Grundwasserschutz.


Backgetreide aus Unterfranken

Grafik Vergleich Düngerabgaben von Brotweizen zu Dinkel, Roggen und SonnenblumenRBrot und Brötchen zählen in Deutschland zu den wichtigsten Lebensmitteln. Doch das Bäckerhandwerk wird zusehends von der Lebensmittelindustrie verdrängt; Getreide für das Mehl liefert dort der Weltmarkt und nicht die Region. Brot und Gebäck aus regional und grundwasserverträglich angebauten Feldfrüchten bieten eine Alternative zu diesem Trend und für die unterfränkischen Bäcker eine Möglichkeit, sich am Markt zu profililieren. Die Landwirte können davon ebenfalls profitieren und dabei noch zum Grundwasserschutz beitragen: Dinkel, Roggen und Sonnenblumen etwa sind Feldfrüchte, die in Unterfranken gut gedeihen. Sie benötigen weniger Dünger als beispielsweise der Brotweizen, und der Eintrag von Nitrat ins Grundwasser ist damit geringer (siehe Abbildung).


Regionale Produkte für den Lebensmitteleinzelhandel

Kundin an der Gemüsetheke im SupermarktLebensmittel aus der Region werden immer beliebter. Viele Unternehmen haben ihre Chance bereits erkannt und bieten regionale Produkte an, die sie auch als solche besonders kennzeichnen. Der Lebensmitteleinzelhandel kann damit zum Partner für eine nachhaltige Regionalentwicklung werden und zugleich im harten Wettbewerb sein eigenes Profil gewinnen. Und Landwirte können ihr frisches Angebot an Obst und Gemüse nicht nur direkt vermarkten, sondern auch an den Lebensmittelhandel liefern; verbindliche Vereinbarungen mit den Abnehmern bedeuten dabei Sicherheit für die Erzeuger.


Information und Kontakt

Weitere Auskünfte erteilt die Regierung von Unterfranken, Sachgebiet Wasserwirtschaft: wasser(at)reg-ufr.bayern.de