| Wiesen und Weiden statt Äcker
und Felder - so hätten es Grundwasserschützer am liebsten.
Denn Grünland ist die optimale Lösung, um die Qualität
des Grundwassers zu sichern. Gerade in empfindlichen Gebieten Unterfrankens
hilft die Umwandlung von Acker- in Grünland, hohe Nitratwerte
im Grundwasser zu senken.
Die Wasserversorger bieten den Landwirten einen finanziellen Ausgleich
für so eine Umwandlung (zum Beispiel im Projektgebiet Werntal).
Trotzdem sind die Landwirte zurückhaltend: sie brauchen Lösungen,
wie sie das Gras verwerten können. Die Verwendung als Tierfutter
ist in Unterfranken nur in wenigen Fällen möglich, da
es hier kaum noch Tierhaltung gibt.
Jedoch gibt es andere Wege, wie man mehr aus Grünland machen
kann – für die Landwirte und für den Grundwasserschutz.
Zum Beispiel: Gras als nachwachsenden Rohstoff und Energielieferant. |

Strategie
der Aktion Grundwasserschutz
Kühe im Dienste des Grundwasserschutzes – Projekt
„Förderung von Mutterkuhhaltung im Projektgebiet Werntal.“
Wohin
mit dem Gras? – Studie „Grundwasserverträgliche
Landwirtschaft in Unterfranken
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Die Aktion Grundwasserschutz will gemeinsam mit
den Wasserversorgern Anreize für Landwirte schaffen, Ackerland
in Wiesen und Weiden umzuwandeln. Dafür hat sie folgende Projekte
initiiert:
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Förderung von ökologisch orientierter Mutterkuhhaltung
im Projektgebiet Werntal.
Studie „Grundwasserverträgliche
Landwirtschaft in Unterfranken – Lösungskonzepte für
die Extensivierung der landwirtschaftlichen Bodennutzung“
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| In vielen Ställen ist es die Regel, dass Kälber
getrennt von ihren Müttern aufwachsen. Nicht so, wenn sich
ein Landwirt für Mutterkuhhaltung entschieden hat. Die Kälber
bleiben bei den Mutterkühen und säugen direkt am Euter.
Diese Tierhaltung dient nicht der Milch-, sondern der Fleischerzeugung.
Mutterkuhhaltung auf der Weide ist eine Möglichkeit, mit der
man Grünflächen grundwasserverträglich und gewinnbringend
bewirtschaften kann. Dies geht aber nur, wenn die Landwirte genaue
Richtlinien beachten, die auf den Grundwasserschutz und die artgerechte
Tierhaltung ausgelegt sind, z.B.:
Die
Tiere stehen den größten Teil des Jahres auf der Weide.
Die Anzahl
der Tiere pro Fläche ist begrenzt.
Die engere
Schutzzone des Wasserschutzgebiets wird nicht beweidet.
Es darf
nicht mineralisch gedüngt werden. Es erfolgt auch keine zusätzliche
organische Düngung.
Pflanzenschutzmaßnahmen
sollen vermieden werden.
Es werden
ausschließlich heimische, robuste Rassen eingesetzt.
Der Landwirt
verwendet ausschließlich regional erzeugte Futtermittel.
Die Herde
wird regelmäßig beim Weidegang betreut. Ausreichend
frisches Wasser muss vorhanden sein.
Der Tiertransport
zur Schlachtung darf nicht länger als 2 Stunden dauern, die
Tiere dürfen nicht angebunden sein.
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Auch wenn die Umstellung auf Mutterkuhhaltung einiges von den Landwirten
verlangt, bringt sie auch große Vorteile - eine ausgezeichnete
Fleischqualität und die Garantie für artgerechte Tierhaltung
in der Region für den Verbraucher, ein sicherer Absatz und
relativ wenig Arbeitsaufwand nach der Umstellung für den Landwirt.
Zahlreiche Projekte in ganz Deutschland zeigen, dass die Umstellung
machbar und erfolgreich ist und Nutzen für alle bringt: für
Grundwasser, Tiere, Landwirte und Verbraucher.
Ein Beispiel für Mutterkuhhaltung: www.weidefleisch.de.
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Die empfindlichsten Flächen in einem
Wasserschutzgebiet sollten nicht beweidet und nicht gedüngt
werden. Auf solchen Wiesen gibt es dennoch die Möglichkeit,
Gras oder Heu gewinnbringend zu nutzen. Denkbar sind neben der Verwendung
als Tierfutter die Nutzung als
nachwachsende
Rohstoffe
medizinische
Mittel
touristische
Angebote.
Grasfasern und Heustränge sind als Dämmstoffe im Hausbau
gut geeignet. Aus Gras kann Energie, z.B. in Form von Biogas und
Ökostrom, gewonnen werden. Heu dient unter anderem als Polstermaterial.
Auf naturnahen Wiesen sind Heilpflanzen angesiedelt. Sie können
medizinisch weiterverarbeitet werden. Heu findet in Kurbädern
als Heupackung und Heudampfbad Verwendung.
Schließlich gibt es noch touristische Angebote, die mit Heu
werben, z.B. Heuhotels oder Heubetten wie in Rhön und Thüringer
Wald. |

Der Gassammelbehälter einer Biogasanlage.
Die Regierung von Unterfranken hat für die Aktion Grundwasserschutz
beim Dresdner Institut IBEU ein Gutachten in Auftrag gegeben, das
weitere Verwertungsmöglichkeiten aufzeigen und Projektvorschläge
für das Werntal und das Biosphärenreservat Rhön ausarbeiten
soll.
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