Betriebsporträt
 
Aktion



 


Betrieb Ramnick – ein erfolgreicher Bio-Ackerbaubetrieb

Bio-Bauer Pierre Ramnick aus Greußenheim in Unterfranken kennt die Problematik zu hoher Nitratbelastungen im Grundwasser gut. Seine Betriebsflächen grenzen unmittelbar an ein Wasserschutzgebiet, in dem 70 Hektar Ackerfläche seit etwa zwölf Jahren vollständig aus der landwirtschaftlichen Nutzung herausgenommen wurden – aufgrund zu hoher Nitratwerte in dem in der Nähe geförderten Trinkwasser. „Dies und das viele Spritzen von Pflanzenschutzmitteln, praktisch das ganze Frühjahr durch, gaben neben wirtschaftlichen Überlegungen vor fünf Jahren den Impuls für die Umstellung auf den Ökologischen Landbau“ meint Pierre Ramnick, Vater von zwei kleinen Kindern.

Die Umstellung lief glatt

Dabei hätte er sich die Umstellung seines 300-Hektar-Betriebs auf „Bio“ viel schwieriger und mit stärkeren finanziellen Einbußen vorgestellt. „Im Grunde lief die Umstellung bei unserem Ackerbaubetrieb recht glatt. Allein die immensen Einsparungen für Pflanzenschutz- und Dünge-mittel, zusammen mit den Fördermitteln für die Umstellung, haben das Risiko auf ein sehr überschaubares Maß gesenkt. Und dies, obwohl die Preise für Bioerzeugnisse in den Umstellungs-jahren auf einem Tiefststand waren.“ Mit der positiven Preisentwicklung für Biorohware „geht es bei uns im Vergleich zur frühen konventionellen Produktion wirtschaftlich deutlich bergauf“ freut sich Bioland-Bauer Ramnick. Noch immer etwas ungewohnt für ihn sind allerdings die Preisverhandlungen mit den Abnehmern. Das kannte er in der früheren konventionellen Produktion nicht.

Bio-Bauer Pierre Ramnik
Bio-Bauer Pierre Ramnick aus Greußenheim.
©FiBL, Foto: Klaus-Peter Wilbois

Bio-Landbau, aber ohne Pflug

Für Ramnick „passt der Grubber besser zur öko-logischen Wirtschaftsweise“ in seinem Betrieb. Er wirtschaftet deshalb pfluglos. „Die Fruchtfolge und das Management muss stimmen.“ Getreu diesem Motto hat Ramnick seinen Betrieb mit modernsten und leistungsfähigen Maschinen ausgestattet, um günstige Zeit und Wetterfenster optimal ausnutzen zu können.

Zwischenfrüchte binden Stickstoff

Nicht ohne Stolz zeigt Ramnick seine prächtig gedeihende Zwischenfrucht – eine Mischung aus Ackerbohnen und Futtererbsen. Beide Pflanzenarten sammeln Luftstickstoff, den die nachfolgenden Pflanzen für ihr Wachstum brauchen. Gleichzeitig verwerten sie aber auch restlichen Bodenstickstoff, der ohne Bewuchs ins Grundwasser ausgetragen werden könnte. Allerdings werden die Zwischenfruchtbestände ebenso wenig wie ein Teil des Kleegrasaufwuchses, der immerhin ca. 25 Prozent in der Fruchtfolge ausmacht, bei ihm nicht geerntet, sondern dienen als „Futter“ für das Bodenleben und den Humusaufbau, beides zentrale Schaltstellen für die Bodenfrucht-barkeit im Öko-Landbau. Neben dem Ackerbau hat Ramnick auch eine kleine Mutterkuhherde, die Teile seines Kleegrases verwertet.