Praxistage Öko-Landbau Unterfranken 2010: Veranstaltungsberichte online
Die Informationsveranstaltungen am 1. und 2. Juli 2010 auf Öko-Betrieben in Münnerstadt und Obbach stießen auf großes Interessen bei den Landwirten. Schwerpunktthemen waren „Umstellung“ und „Druschfrüchte“. Lesen Sie die Berichte.
Grundwasserschutz ist besonders in Unterfranken eine Herausforderung. Die Grundwasser-belastung ist höher als in anderen Regionen Bayerns, obwohl die Landwirte ordnungsgemäß wirtschaften. Die Ursachen: weniger Niederschläge, dünne Bodenschichten mit schwacher Filterwirkung und durchlässiger Untergrund.
AKTION GRUNDWASSERSCHUTZ – Trinkwasser für Unterfranken
Um die Trinkwasserversorgung möglichst ortsnah aus Grundwasser zu sichern, hat die Regierung von Unterfranken 2001 die AKTION GRUNDWASSERSCHUTZ – Trinkwasser für Unterfranken gestartet. Sie geht viele neue Wege für den nachhaltigen Schutz des Grundwassers. Als ein Schwerpunkt werden Maßnahmen zur Optimierung des Anbaus in der Landwirtschaft umgesetzt. Mit einer angepassten Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen können die Landwirte in Unterfranken einen großen Beitrag für sauberes Grundwasser leisten.
Grundwasserverträgliche Landwirtschaft
Um Grundwasser für die Trinkwasserversorgung zu nutzen, kann eine Landwirtschaft dann als grundwasserverträglich beurteilt werden, wenn die Belastung des Grundwassers dauerhaft unter den Grenzwerten der Trinkwasserverordnung für Nitrat und Pflanzenbehandlungsmittel liegt.
Kooperationsvorhaben
In stark mit Nitrat belasteten Wassereinzugs-gebieten bringt die Aktion Wasserversorger und Landwirte als Partner für eine besonders grundwasserschonende Flächenbewirtschaftung zusammen. Die konventionell und ökologisch wirtschaftenden Bauern verpflichten sich dabei zu einer besonders sensiblen Bewirtschaftung mit geeigneten Fruchtfolgen und Feldfrüchten.
Beispiel Werntal
In der Modellregion Werntal bei Karlstadt wurden die landwirtschaftlichen Flächen hinsichtlich ihrer Auswaschungsgefährdung bewertet. Auf besonders sensiblen Flächen initiiert ein Berater vor Ort Kooperationen für eine angepasste Bewirtschaftung, um in begrenzten Problemgebieten punktuell eine Verbesserung der Grundwasserqualität zu erreichen. Die Maßnahmen umfassen zum Beispiel Boden-untersuchungen, eine Extensivierung der Fruchtfolge mit geeigneten Feldfrüchten oder die Vereinbarung Flächen brach liegen zu lassen. Die beteiligten Landwirte erhalten Ausgleichs-zahlungen für geringere Erträge, höheren Aufwand und höhere Ernterisiken.
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©FiBL, Foto: Christoph Ziechhaus-Hartelt
Ökologischer Landbau –
Schont das Grundwasser und sichert Markterfolg
Die Nachfrage nach Bio-Produkten wächst. Das bietet neue Chancen, die Grundwasservorräte für die öffentliche Trinkwasserversorgung nachhaltig zu schützen. Der Ökologische Landbau in Deutschland kommt den Anforderungen einer grundwasser-verträglichen und nachhaltigen Landbewirtschaftung am nächsten, denn:
- im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft wird kein mineralischer Stickstoff eingesetzt und es werden in größerem Masse Zwischenfrüchte angebaut, so dass die Wahrscheinlichkeit der Stickstoffauswaschung verringert und die Grundwasserbelastung reduziert wird,
- auf den Einsatz von synthetischen Pflanzenschutzmitteln wird vollständig verzichtet.
Der Ökologische Landbau ist daher ein Ansatz zur Verbesserung der Grundwasserqualität in der Fläche. Er schützt das Grundwasser und bringt zudem weitere Vorteile für Natur und Umwelt. Ein wesentlicher Vorzug des Ökologischen Landbaus ist der derzeit stark wachsende Markt. Mit dem Ziel, das Grundwasser zu schützen und eine nachhaltige Regionalentwicklung in Unterfranken einzuleiten, startete deshalb die Regierung von Unterfranken Anfang 2008 die „Initiative Grundwasserschutz durch Öko-Landbau“.
Die Initiative hat in den Landkreisen Main-Spessart und Rhön-Grabfeld begonnen. Langfristiges Ziel ist die Ausweitung des Ökologischen Landbaus in ganz Unterfranken. Dabei setzt die Initiative auf einen partnerschaftlichen Ansatz, bei dem die Akteure vor Ort – Landwirte, Erzeugergemeinschaften, Handel und Berater – einbezogen sind.
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