Über das Projekt
 
Projekt Werntal



 


Ökologischer Landbau: Grundwasserschutz plus wirtschaftliche Perspektiven

Die Nachfrage nach Bio-Produkten ist in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Das bietet für Landwirte neue Chancen: nämlich durch eine Umstellung auf Öko-Landbau wirtschaftlich zu profitieren und gleichzeitig zum Grundwasserschutz beizutragen. Denn der ökologische Landbau kommt den Anforderungen an eine grundwasserverträgliche und nachhaltige Form der Landbewirtschaftung am nächsten: Im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft wird weniger Stickstoff ausgewaschen und damit die Grundwasserbelastung reduziert; zudem wird auf den Einsatz von synthetischen Pflanzenschutzmitteln vollständig verzichtet.



Infotag
©FiBL, Foto: Robert Hermanowski
Mit dem Anliegen, über den Grundwasserschutz zugleich eine nachhaltige Regionalentwicklung in Unterfranken einzuleiten, startete die Regierung von Unterfranken Anfang 2008 im Rahmen der AKTION GRUNDWASSERSCHUTZ die „Initiative Grundwasserschutz durch Öko-Landbau“. Sie hat das ehrgeizige Ziel, bis zum Jahr 2012 den Anteil ökologisch bewirtschafteter Fläche in Unterfranken deutlich zu erhöhen. Als Modellregionen für das Projekt wurden die Landkreise Main-Spessart und Rhön-Grabfeld (siehe Abbildung) ausgewählt. Dort haben einige Wasserversorger Probleme mit dem Nitratgehalt des Trinkwassers und die Umstellung auf ökologischen Landbau erscheint aufgrund von Boden, Klima und Betriebsstruktur besonders günstig.

Langfristiges Ziel ist die Ausweitung des ökologischen Landbaus in ganz Unterfranken. Dabei setzt die Initiative auf einen partnerschaftlichen Ansatz, bei dem die Akteure vor Ort wie Landwirte, Erzeugergemeinschaften, Handel und Berater einbezogen werden.


Initiative für mehr Öko-Landbau - Analyse und Strategie

Der Markt für ökologische Produkte ist vorhanden und derzeit werden auch gute Preise gezahlt – dennoch sind nur relativ wenige Landwirte bereit, ihre Betriebe umzustellen. Befragungen von Landwirten in den ausgewählten Landkreisen Main-Spessart und Rhön-Grabfeld ergaben vor allem Befürchtungen hinsichtlich produktionstechnischer Probleme (Ergebnisse der Interviews siehe Abbildung – Grafik durch Anklicken vergrößern).

Potenziale am Markt erkunden

Zudem wurden Hersteller und Handelsunternehmer in Unterfranken befragt, die bereits ökologisch produzierte Ware einkaufen: Inwiefern wären sie bereit, Rohwaren künftig vermehrt aus der Region zu beziehen und welche Gründe hinderten sie eventuell daran? Über 80 Prozent der befragten Unternehmer äußerten Interesse an einem verstärkten Einkauf regional erzeugter Produkte; einige Beispiele für gesuchte Bio-Erzeugnisse sind Braugerste für Neumarkter Lammsbräu, Rübenzucker und Holunder für Bionade, Gemüse für tegut… und Backgetreide für die Landshuter Kunstmühle. Als Haupthinderungsgrund für die Verwendung regional erzeugter Rohstoffe wurde die mangelnde Verfügbarkeit genannt; weiterhin ungenügende Qualitäten oder zu hohe Preise.




Interviewergebnisse - Zum Vergrößern bitte klicken