Im Werntal zwischen Karlstadt und Arnstein,
Land-
kreis Main-Spessart, begann 2001 ein beispiel-
haftes Pilotprojekt für die Zusammenarbeit von Wasserversorgern
und Landwirten für den Grundwasserschutz.
Ziel ist die Verminderung des Nitrateintrags in das Grundwasser.
Dies soll durch die Umstellung auf grundwasserverträglichen
Landbau bzw. durch Umwandlung von Acker in Grünland erreicht
werden. Erste Versuchsfelder wurden im Herbst 2001 angelegt. Ein
Landwirtschaftsmeister wurde für die Beratung der einzelnen
Betriebe eingestellt. Zahlreiche Landwirte sind inzwischen am Projekt
beteiligt.
Langfristig sollen grundwasserverträglich erzeugte Produkte
aus dem Werntal und anderen Wasser-
einzugsgebieten unter dem Zeichen der "AKTION GRUNDWASSERSCHUTZ
- Trinkwasser für Unter-
franken" vermarktet werden. Die Verbraucher erhalten damit
die Gewissheit, dass sie gesunde Lebensmittel höchster Qualität
kaufen und gleichzeitig ihr Trinkwasser schützen.
Das erste Bier der AKTION GRUNDWASSERSCHUTZ
Allgemeine Informationen finden Sie auf der Seite Landwirtschaft.
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Hintergrund: Erhaltung der ortsnahen
Trinkwassergewinnung
Landwirtschaft
im Werntal
Das
Sanierungskonzept für den Grundwasserschutz
Was
ist grundwasserverträglicher Landbau?
Erfolgreiche
Kooperation mit der Landwirtschaft
Ansprechpartner
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Im Werntal fallen mit 650 Litern pro Quadratmeter
und Jahr nur geringe Niederschläge. Davon speist nur etwa ein
Viertel die Grundwasservorräte. Der Untergrund besteht hauptsächlich
aus Muschel-
kalk, in dessen Hohlräumen sich das wenige Wasser sammelt.
In einigen Bereichen sind die das Grundwasser schützenden Bodenschichten
sehr dünn und filtern das Wasser nur wenig. Deshalb ist der
sorgsame Umgang mit Dünger und Pflanzenschutzmitteln besonders
wichtig.
Im Wassereinzugsgebiet Werntal fördern die Städte Karlstadt,
Arnstein und der Markt Thüngen ortsnah ihr Trinkwasser. Die
Stadt Karlstadt fördert seit 2002 jährlich 670.000 Kubikmeter,
Thüngen 90.000 Kubikmeter. Zusammen mit Arnstein sollen es
zukünftig 900.000 Kubikmeter sein. Die neuen Brunnen fördern
das Wasser aus ca. 20 Metern Tiefe. Die entnommene Menge darf die
Neubildung des Grundwassers nicht überschreiten, da sonst der
Grundwasserstand sinkt.
Die mehr als 300 Landwirte im Wassereinzugs-
gebiet wirtschaften nicht anders als in anderen Regionen. Die Gefahr
des Nitrateintrages ist hier aufgrund der Böden bei gleichen
Anbaumethoden aber viel größer.
Das Wassereinzugsgebiet ist der Bereich, aus dem die Brunnen unterirdisch
gespeist werden. Ein Wasserschutzgebiet soll möglichst das
ge-
samte Wassereinzugsgebiet umfassen, zumindest aber dessen empfindlichste
Flächen. Wegen der ungünstigen geologischen Verhältnisse
werden die Sanierungsmaßnahmen (s.u.) im Werntal im gesamten
Wassereinzugsgebiet umgesetzt. |

Stadtwerke Karlstadt bei Stetten

Die Gebietsgrenzen der Kommunen Karlstadt,
Thüngen, Arnstein sind grau hervorgehoben. Das Wassereinzugsgebiet
ist durch die blau gestrichelte Linie markiert.
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Im 8.600 Hektar großem Wassereinzugsgebiet
der Brunnen im Werntal werden über 50 % der Flächen landwirtschaftlich
genutzt. Ackerbau kommt nicht ohne Stickstoffzufuhr aus. Zum falschen Zeitpunkt ausgebrachte oder zu hohe Düngermengen werden von den Ackerpflanzen nicht immer vollständig aufgenommen. Überschüssiger Stickstoff kann als klimaschädigendes Gas in die Atmosphäre oder als Nitrat ins Grundwasser gelangen.
Zur langfristigen Sicherung ist es notwendig, die bereits erhöhten
Nitratwerte im Grundwasser durch Sanierungsmaßnahmen zu senken,
damit auf eine teure und aufwändige Aufbereitung des Wassers
verzichtet werden kann. |
Unsere Landwirte tragen dabei eine besondere Verantwortung
für eine grundwasserschonende Bewirtschaftung.
Der Viehbestand ist im Werntal seit Jahren sehr gering und damit
auch die Zahl der Wiesen und Weiden, die einen besseren Schutz für
das Grundwasser bieten als Ackerflächen.
Etwa 80% der landwirtschaftlichen Betriebe werden im Nebenerwerb
geführt. Durch die traditionell kleinteiligen Besitzverhältnisse
hat sich in Teilen noch eine vielfältige Kulturlandschaft erhalten.
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Strategien
Entwicklung von Richtlinien für eine grund-
wasserverträgliche Landwirtschaft.
Beratung und Betreuung der Landwirte durch einen Landwirtschaftsmeister.
Unterstützung der Landwirte durch staatliche Hilfen und Ausgleichszahlungen
der Wasser-
versorger bei Einhaltung der Richtlinien. Das bedeutet, die Landwirte
erhalten für den Mehr-
aufwand bzw. Minderertrag durch eine grund-
wasserschonende Bewirtschaftung einen fairen Ausgleich. Die Wasserversorger
sparen dadurch Geld für teure Aufbereitungsmaßnahmen.
Förderung
der Vermarktung grundwasser-
verträglich erzeugter Produkte (z. B. Brau-
getreide für „Premiumbier aus dem Schutzgebiet“).

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Maßnahmen und Vereinbarungen
Die Wasserversorger und Landwirte gehen seit April 2002 Kooperationen
ein. Die verschiedenen Maß-
nahmen werden entsprechend der jeweiligen Gefahr der Nitratauswaschung
eingesetzt:
Bodenstickstoffmessungen
auf allen Ackerflächen
Umwandlung
in Dauerbrachflächen
Umwandlung
von Acker- in Grünland
Wiesen und Weiden bieten auf empfindlichen Böden den besten
Schutz gegen Schadstoffe, die ins Grundwasser sickern können.
Die Umwandlung von Acker in Grünland verringert deshalb das
Nitrat-
problem und ist ein wichtiges Projektziel.
Einführung
von extensiven Fruchtfolgen.
Beispiele sind:
- Brauweizen, Dinkel, Winterbraugerste, Roggen,
Sommergerste, Hafer
- Sonnenblumen, Raps (alle 5 Jahre), Lein, Hanf,
Hirse
Braugerste
darf zum Beispiel nur sparsam gedüngt werden, damit gutes Malz
für gutes Bier daraus entstehen kann. Ihr Anbau schont das
Grundwasser und wird daher von den Wasserversorgern unterstützt.
Anbau
von Zwischenfrüchten
Ist der Boden im Herbst und Winter mit Pflanzen bedeckt (wie links
im Bild mit Bienenweide), sinkt die Gefahr, dass Nitrat ausgewaschen
wird und in das Grundwasser gelangt.
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Die Beratung begann im Jahr 2002. Waren es zu Beginn
(2002/2003) noch 24 Landwirte, die auf insgesamt 230 ha grundwasserverträglich
wirtschafteten, sind es 2005 bereits mehr als 50 Landwirte,
die einen Vertrag mit den Wasser-versorgern abgeschlossen haben.
Auf rund 1000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche im Wassereinzugsgebiet
Werntal wurden bislang folgende grundwasserverträgliche Maßnahmen
vereinbart:
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Dauerbrache: 250 Hektar
Extensive
Fruchtfolgen: 700 Hektar
Zwischenfruchtanbau:
35 Hektar
Umwandlung
von Acker in Grünland: 10 Hektar
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Für weitere Fragen und Informationen wenden
Sie sich an:
Regierung von Unterfranken
Peterplatz 9
97070 Würzburg
für wasserwirtschaftliche Fragen:
Axel Bauer
Telefon (09 31) 380 1365
Telefax (09 31) 380 2919
E-Mail:
für landwirtschaftliche Fragen:
Heiko Lukas
Telefon (0931) 7904770
Telefax (0931) 7904772
E-Mail:
|
Wasserversorger im Modellgebiet Werntal:
Stadtwerke Karlstadt
Werkleiter Wolfgang Beck
Zum Helfenstein 3
97753 Karlstadt
Telefon: (0 93 53) 79 02-0
Markt Thüngen
Bürgermeister Klaus Enzmann
Planplatz
97289 Thüngen
Telefon: (0 93 60) 242
Stadt Arnstein
Bürgermeisterin Linda Plappert Metz
Marktstraße 37
97450 Arnstein
Telefon: (0 93 63) 801-0
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