Feierlich wurde am 11.
Juni 2004 in der Würzburger Residenz die Festveranstaltung zum
dreijährigen Bestehen der Aktion Grundwasserschutz mit rund 130
geladenen Gästen begangen. Im Mai 2001 rief Regierungspräsident
Dr. Paul Beinhofer die Aktion mit dem Ziel ins Leben, neue Wege zur
langfristigen Sicherung der Trinkwasser-versorgung in Unterfranken
zu gehen. Nach drei Jahren wurde nun eine Zwischenbilanz gezogen und
zwar mit prominenter Besetzung: Staatsminister Dr. Werner Schnappauf
und der Leiter des Umweltprogramms der Vereinten Nationen UNEP in
Nairobi Prof. Dr. Klaus Töpfer waren dabei.
Zu Beginn ließen rund 40 Kinder der UNESCO-Grundschule Heuchelhof
am Brunnen vor der Residenz Luftballons mit ihren Botschaften steigen.
Parallel zur Festveranstaltung formulierten sie auf einer Kinderkonferenz
Wünsche und Forderungen für ein Menschenrecht auf sauberes
Trinkwasser. Diese wurden zum Abschluss der Veranstaltung an die
prominenten Festredner überreicht: „Wir Kinder können
kleine Dinge tun, aber ihr Politiker habt mehr Macht und müsst
daran arbeiten, dass alle besser auf das Wasser aufpassen.“
Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer betonte in seiner Eröffnungsrede,
dass man für langfristig tragfähige Lösungen zur
Wasserversorgung in Unterfranken mit dem alten Slogan „Duschen
statt Baden“ allein noch nicht weiter komme. Vielmehr seien
intakte regionale Strukturen für „ein nachhaltiges Unterfranken,
eine Heimat mit Zukunft“ erforderlich. So nah wie möglich,
so weit wie nötig, muss das Motto für die Versorgung mit
Trinkwasser, dem Lebensmittel Nr. 1 wie auch für alle übrigen
Lebensmittel gelten. Nach drei Jahren sei das Buch der Aktion Grundwasserschutz
sicher noch nicht fertig, aber ein Manuskript, ein „Drehbuch“
liege auf dem Tisch.
Dieses Drehbuch präsentierte Staatsminister Dr. Werner Schnappauf
anschließend in seinem Vortrag. Nach einem Kabinettsbeschluss
im Jahre 1997 erteilte das Bayerische Umweltministerium den Auftrag
an die Regierung von Unterfranken, ein Entwicklungsvorhaben zu initiieren,
aus dem die Initiative „Aktion Grundwasserschutz-Trinkwasser
für Unterfranken“ hervorging. Schnappauf: „Ich
halte die Initiative insgesamt für vorbildlich. Insbesondere
die Partnerschaft zwischen Landwirtschaft und Wasserwirtschaft auf
freiwilliger Basis halte ich richtungsweisend für die Zukunft.“
Damit einher ging der Appell an die Verbraucher, vermehrt regionale
Produkte nachzufragen, denn nur so könne die Umstellung auf
grundwasserverträgliche Anbaumethoden erfolgreich sein. Er
dankte dem Regierungspräsidenten dafür, dass er die Aktion
Grundwasserschutz zur Chefsache gemacht hat.
|

Begrüßung des Ehrengastes aus
Nairobi: RP Dr. Paul Beinhofer (2.v.l.) und STM Dr. Werner Schnappauf
(2.v.r.) heißen Prof. Dr. Klaus Töpfer (Mitte) in Würzburg
willkommen.
Zur Bildgalerie "Zwischenbilanz"
Rede
Prof. Dr. Klaus Töpfer
Rede
RP Dr. Paul Beinhofer
Rede
StM. Dr. Werner Schnappauf
Das
Kindermanifest [PDF, 712KB]
Reicher Norden – armer Süden. Weltweit verhält
es sich genau umgekehrt wie in Bayern, wo im nördlichen Franken
z.T. nur ein Viertel des Niederschlages fällt, wie z.B. in
der südlichen Alpenregion. Wenn man davon ausgeht, dass technischer
Fortschritt immer dort verstärkt anzutreffen ist, wo knappe
Situationen überwunden werden müssen, also eine Nachfrage
bzw. ein Markt besteht, dann hat Unterfranken die besten Voraussetzungen
zur Entwicklung und zum Export von Know-how für den nachhaltigen
Umgang mit Wasser. Professor Töpfer rief deshalb in seinem
Festvortrag dazu auf, dass gerade die hochentwickelten Länder
wassersparende Technologien als „Abrüstungsinstrumente
der Zukunft“ entwickeln sollten. Er betonte, dass eine funktionierende
Wasserwirtschaftsverwaltung einen sehr hohen Wert habe: „Was
wir international haben ist nicht eine Wassermengenkrise, sondern
eine Administrationskrise und eine Investitionskrise.“ Es
sei eine Ehre, in Bayern die Wasserwirtschaft anzusprechen, eine
der ältesten, qualitätsmäßig besten Verwaltungen,
die es gäbe. „Wenn Sie eine zeitlang im Ausland waren,
schätzen Sie unsere Bürokratie viel höher ein. Eine
verlässliche Wasserwirtschaft ist etwas unglaublich Gutes!“
Herr Töpfer gratulierte zum Abschluss dem Regierungspräsidenten
uns seinen Mitarbeitern zur Aktion Grundwasserschutz.
Ein Imbiss mit regionalen, grundwasserverträglich erzeugten
Speisen und Getränken rundete schließlich die Veranstaltung
ab. Gestärkt durch motivierende Worte und gutes Essen und Trinken
gingen alle Beteiligten nach Hause. Nun gilt es, die begonnenen
Aktivitäten fortzuführen und auf den ersten Erfolgen aufzubauen.
|