Partner gesucht. Vom Grundwasserschutz zur nachhaltigen Entwicklung
 
Projekt Werntal



 


Seit sieben Jahren trägt die AKTION GRUNDWASSERSCHUTZ – Trinkwasser für Unterfranken dazu bei, die Trinkwasservorräte nachhaltig zu sichern. Durch verschiedenste Projekte in unterschiedlichen Handlungsfeldern beschreitet sie neue Wege für einen integrierten Grundwasserschutz und ist gleichzeitig ein wichtiger Baustein zu einer nachhaltigen Entwicklung in Unterfranken.

Die zahlreichen Aktivitäten sind bislang einmalig in Bayern. Ende 2007 wurde die erste Phase der AKTION GRUNDWASSERSCHUTZ erfolgreich abgeschlossen und im Rahmen der heutigen Festveranstaltung in der Würzburger Residenz die zweite Umsetzungsphase offiziell eingeleitet. Deren Handlungsschwerpunkte richten sich verstärkt auf eine Vernetzung der vielen Akteure und Verantwortlichen in der Region, um gemeinsam einen schonenden und nachhaltigen Umgang mit der kostbaren Ressource Wasser zu erreichen.

Themenstände informieren über die verschiedenen Handlungsschwerpunkte der Aktion.
Themenstände informieren über die verschiedenen Handlungsschwerpunkte der Aktion.

In seiner Eröffnungsrede gab Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer einen umfassenden Rückblick auf sieben Jahre AKTION GRUNDWASSERSCHUTZ. Resultierend aus dem Beschluss des Bayerischen Ministerrats von 1997 kristallisierten sich im Laufe der Zeit Schwerpunkte der Aktion heraus. Ab 2001 wurden vier Handlungsfelder konkretisiert und viele Projekte durchgeführt, die der Regierungspräsident ausführlich vorstellte.

Doch nicht nur einzelne Zielgruppen wie Wasserversorger oder Landwirte stehen beim Grundwasserschutz in der Verantwortung, sondern letztlich ist es jeder Einzelne, der durch sein Verhalten Einfluss nimmt, das Grundwasser zu schützen und zu einer nachhaltigen Entwicklung in Unterfranken beizutragen. „Dabei sind wir durchaus erfolgreich, aber noch lange nicht am Ziel; es gilt, die initiierten Projekte fortzusetzen“, betonte Dr. Beinhofer.

Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer blickt auf sieben erfolgreiche Jahre der Aktion zurück.
Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer blickt auf sieben erfolgreiche Jahre der Aktion zurück.

Der Bayerische Staatsminister für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, Dr. Otmar Bernhard mahnte zur Vorsorge und zur Vermeidung von Belastungen des Grundwassers. Mit der AKTION GRUNDWASSERSCHUTZ wird die gesamte Bevölkerung einbezogen, sich aktiv an einem flächendeckenden Grundwasserschutz zu beteiligen. Deutlich appellierte der Staatsminister an Wirtschaft, Handel und Industrie, über weitere mögliche Kooperationen nachzudenken. Die Aktion trägt zum Erhalt der Kulturlandschaft bei, Arbeitsplätze werden gesichert, regionale Qualitätsprodukte und regionale Wirtschaftskreisläufe werden gefördert und ganz Unterfranken gewinnt an Lebensqualität.

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„Wir müssen lernen, mit unserem Planeten besser umzugehen“ stellte Staatsminister Dr. Otmar Bernhard seiner Rede voran.

Als Eckpfeiler des Maßnahmenpakets zur zweiten Phase der Aktion stellte der Staatsminister die verstärkten Kooperationen mit Schulen, die Weiterentwicklung des Angebots für weiterführende Schulen, eine frühe Zusammenarbeit mit Kindergärten, aktuelle gesellschaftliche Themen (z.B. Trinken und Gesundheit), das Ökolandbauprojekt, die Zusammenarbeit von Landwirtschaft, Handwerk und Handel sowie eine aktive Öffentlichkeitsarbeit heraus.

Damit die nicht nur in Bayern höchste Anerkennung genießende Aktion auch in den nächsten Jahren fortgeführt werden kann überreichte der Staatsminister anschließend die Finanzierungszusage für die Jahre 2008 bis 2012 an Regierungspräsident Dr. Beinhofer, der sich bei der Bayerischen Staatsregierung bedankte, den bisherigen und auch den künftigen Weg gemeinsam bestreiten zu dürfen.

Mit der Finanzierungszusage in die zweite Phase der Aktion.
Mit der Finanzierungszusage in die zweite Phase der Aktion.

 

Unter dem Motto „Rückkehr zum Ursprung – Fortschritt im Weltmarkt“ stellte Peter Kowalsky, Geschäftsführer Bionade GmbH, die Erfolgsstory des unterfränkischen Kultgetränks vor. Die bewusste Orientierung zur Heimat und regionale Netzwerke sind wichtige Überlebensfaktoren – gerade auch in schwierigen Zeiten, vor denen die Brauerei vor nicht allzu langer Zeit stand, betonte Peter Kowalsky. So stammen die Zutaten aus der Region und auch die Verantwortung für die Familie, die Mitarbeiter, den Standort Ostheim und die Rhön sind keine Floskeln, sondern Firmenphilosophie und gelebte Nachhaltigkeit.

Mit seinem Engagement für sauberes Grundwasser tritt man nicht nur aus nahe liegenden Gründen ein, sondern als aktiver Partner für einen flächendeckenden Grundwasserschutz. Deshalb sei man weiterhin offen für Partnerschaften mit regionalen Landwirten. „Wir sind mitverantwortlich für die Entwicklung unserer Heimat und wollen diese Verantwortung auch wahrnehmen“, so Peter Kowalsky. Als Beispiel dafür führte er Projekte, wie z.B. den „Trinkwasserwald“ und das „Bienenprojekt“ auf, die Bionade aktiv unterstützt.

Verantwortung für die Region: Peter Kowalsky.
Verantwortung für die Region: Peter Kowalsky.

Dieses Beispiel eines engagierten Unternehmers griff Rudolf L. Schreiber als „kreativer Kopf“ der Aktion in seinem Vortrag gerne auf. Grundwasserschutz sei wichtiger denn je; doch mit dem Thema „Grundwasserschutz“ alleine seien keine Mehrheiten und Aktionspartner zu gewinnen, heute geht es um nachhaltige Entwicklung! Die Wasserwirtschaft ist einer der wenigen kompetenten und glaubwürdigen Partner, für den dieses Thema nicht neu sei. Werden die komplexen Zusammenhänge nicht vermittelt, so agieren die Menschen wie bisher und ändern weder ihre Verhaltensmuster noch ihr Kaufverhalten. Alle reden von „Nachhaltigkeit“, aber es fehlt an Produkten und Dienstleistungen. Das, so Schreiber, wird jedoch nicht als Problem gesehen, sondern als Chance für Unterfranken und Bayern.

„Vom Grundwasserschutz zur nachhaltigen Regionalentwicklung“ bedeutet nicht, den bisherigen Weg zu verlassen, sondern eine Erweiterung der Aktionsfelder mit neuen Partnern und erweiterten Zielen, betonte Schreiber. Und um diese Ziele zu erreichen, sucht die Aktion Partner, wie z.B. Unternehmen, Verbände, Medien, Bürger – im Prinzip alle, die guten Willens sind, für eine nachhaltige Entwicklung beizutragen.

Mit Mut und Zuversicht für ein nachhaltiges Unterfranken: Rudolf L. Schreiber
Mit Mut und Zuversicht für ein nachhaltiges Unterfranken: Rudolf L. Schreiber