(Dieser Vorschlag basiert
auf einer Führung von Herrn Dr. Fritsch, Wasserwirtschaftsamt
Aschaffenburg, am 18.03.2004 im Schullandheim Hobbach. Er eignet sich
für Kinder des 3. und 4. Schuljahres.)
Vorschlag zum Ablauf
1. TV-Spots
2. Einleitung
3. Führung durch die Ausstellung
4. Quiz
Anmerkungen:
Eine
Klasse sollte bei der Führung durch die Ausstellung möglichst
in zwei Gruppen aufgeteilt werden (z.B. Frösche und Wasserflöhe),
um einen besseren Blick auf die Tafeln zu ermöglichen.
Zum Thema
„Trinkwasser weltweit“ könnte man ein Bild zeigen,
dass die Wasserversorgung in einem Entwicklungsland zeigt.
Zum Thema
„weltweite Wasservorräte“ können ein 5-Liter-Kanister
mit Wasser sowie ein Eßlöffel helfen, die Verhältnisse
zu veranschaulichen.
Für
das Quiz müssen ausreichend Stifte vorhanden sein.
1. TV-Spots
Im Rahmen der „Aktion Grundwasserschutz“ werden im Werbefernsehen
von tv Touring zur Zeit kurze TV-Spots (je ca. 1:30min) zum Thema
Grundwasserschutz gezeigt. Diese TV-Spots sind auf dem Terminal, das
Bestandteil der Wanderausstellung ist, einzeln abrufbar. Sie sind
gut als erster Einstieg in das Thema Grundwasserschutz geeignet. Zum
Beispiel:
Spot 1: Wasserversorgung
Spot 2: Wasserschutzgebiete
2. Vorschläge zur Einleitung
Wir
werden gleich sehen, dass wir in Unterfranken im Vergleich zum Rest
von Bayern ziemlich wenig Trinkwasser haben. Aber zum Glück
reicht uns das Wasser aus, wir haben nämlich gelernt, einigermaßen
klug damit umzugehen. Vor einer Katastrophe durch Wassermangel müssen
wir keine Angst haben. Aber es ist wichtig, sich immer wieder klar
zu machen, dass es viele Länder auf der Welt gibt, vor allem
arme Länder, die regelmäßig von Dürre und Trockenheit
heimgesucht werden. Diese Menschen sind oft einen großen Teil
des Tages beschäftigt, Wasser zu holen, meistens ist das die
Aufgabe der Frauen, aber auch der Kinder.
(Vorschlag: Bild einer Wasserzapfstelle in einem Entwicklungsland
zeigen).
In solchen Ländern haben viele Menschen keinen eigenen Wasseranschluss
und müssen oft weit laufen, um an zentralen Zapfstellen ihr
Wasser in Kanistern oder andere Behältnissen herbeizuschaffen.
Es gibt aber auch Länder, wo die Menschen Wasser aus Flüssen
oder Seen nehmen. Dieses Wasser ist oft voller Krankheitserreger
und deshalb sterben sehr viele Menschen daran.
Wer
weiß denn, woher bei uns früher die Menschen ihr Trinkwasser
bekommen haben [Antwort: aus Hausbrunnen, aus den Flüssen].
Und war das gesund für die Leute? [Antwort: nein, oft lag
der Misthaufen neben dem Brunnen und hat das Wasser verunreinigt.
Auch der Main war (und ist) nicht so sauber, dass man aus ihm trinken
könnte] Wer hat vorhin gut aufgepasst und kann mir sagen,
woher heute unser Trinkwasser hier in Unterfranken stammt? [Antwort:
Grundwasser]
Grundwasser,
das ist das Wasser, das in den Poren, Rissen und Spalten der Gesteine
gespeichert ist. Alles Wasser, das als Regen oder Schnee auf den
Boden fällt und nicht gleich in Bäche abfließt oder
von den Pflanzen verbraucht wird, wird zu Grundwasser. Auf dem Weg
durch den Boden wird es gereinigt, so dass man es trinken kann.
Leider ist in Unterfranken das Grundwasser ziemlich knapp und oft
nicht so sauber, das man es ohne Aufbereitung trinken kann. Wenn
ihr schon mal in einem Wasserwerk wart, dann wisst ihr vielleicht
was Aufbereitung von Wasser bedeutet? [Antwort: Aufbereitung heißt,
dass das Wasser erst gefiltert wird oder oft auch chemische Stoffe
zugegeben werden, bevor es als Trinkwasser in die Wasserleitung
gepumpt werden kann].
Warum
wir in Unterfranken mit dem Grundwasser Probleme haben und was wir
tun können, damit das Grundwasser besser geschützt wird,
das erfahrt ihr jetzt beim Gang durch die Ausstellung. In beiden
Gruppen wird das gleiche gezeigt, ihr verpasst also nichts. Passt
gut auf, denn wenn wir fertig sind machen wir alle zusammen noch
ein Quiz.
3. Führung durch die Ausstellung
Falls die Klasse in zwei Gruppen aufgeteilt wurde, bietet sich folgende
Abfolge der Tafeln an:
Gruppe 1: Beginn mit Grundlagen
Tafel
3 (Wasser global, dazu Wasserkanister)
Tafel
4 (Wasserkreislauf)
Tafel
5 (Trockenheit)
Tafel
6 (Geologie)
Tafel
7 bzw. Modell (Wasserschutzgebiete)
Gruppe 2: Beginn mit Gefährdungen
Tafel
10 (Landwirtschaft)
Tafel
15 (Kiesgruben, Steinbrüche)
Tafel
16 (Verkehr und Entsorgung)
Tafel
17 (Haus und Garten)
Danach tauschen die beiden Gruppen.
Tafel
3: Trinkwasser für alle – die globale Herausforderung
(Thema: Weltweite Wasserversorgung), dazu Wasserkanister
Insgesamt gibt auf der Welt ja sehr viel Wasser, aber könnt
ihr Euch vorstellen, wie wenig davon Grundwasser ist? Hier könnt
ihr mal raten: Das ist ein Kanister mit 5 Litern Wasser.
Wenn das Wasser im Kanister alles Wasser der Welt wäre, wie
viel davon ist Grundwasser: ein Glas, ein Esslöffel, ein Teelöffel.
Ein Tipp: Das meiste Wasser auf der Erde ist Meerwasser und Eis
am Nord- und Südpol. [Antwort: Teelöffel].
Das gleiche ist auf der Tafel anhand einer Wassersäule zu sehen.
Trinkbares Wasser ist also ein seltenes und kostbares Gut.
Tafel
4: Nachhaltige Wasserwirtschaft - unsere gemeinsame Aufgabe (Thema:
Wasserkreislauf)
Auf dieser Tafel seht ihr Unterfranken [zeigen: Main, Aschaffenburg,
Würzburg] und darauf mit blauen Pfeilen angedeutet den
Wasserkreislauf. Wir haben in der Schule schon über den Wasserkreislauf
gesprochen. Wisst ihr noch wie der funktioniert? [Antwort:
Wolken ,Regen, Verdunstung, Versickerung, Grundwasser, Abfluss zum
Main].
Tafel
5: Niederschläge – zu wenig Regen in Unterfranken (Thema:
Trockenheit)
In Unterfranken ist es ziemlich trocken. Es fällt viel weniger
Regen und Schnee als in Oberbayern, z.B. in München oder in
den Alpen. Das könnt ihr auch an den Farben der Bayernkarte
sehen. Dunkelblau heißt viel Regen, gelb bedeutet wenig Regen
oder Schnee. Wie sind die Farben bei uns? [Antwort:
Gelb, aber auch blau.] Das stimmt, es gibt auch ein regenreicheres
Gebiet, das ist der Spessart. Aber im Maintal sind gelbe Farben,
dort regnet es wenig]. Seht ihr die beiden Figuren? Das eine ist
ein Franke, das andere ein Oberbayer. Wenn man beide in ein Aquarium
stellen würde, wo es reinregnet, und wartet ein Jahr, dann
würde der Franke nur mit den Beinen im Wasser stehen, dagegen
bräuchte der Oberbayer schon einen Schnorchel.
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Tafel
6: Boden und Gestein – natürlicher Schutz für das
Grundwasser (Thema: Geologie)
Wir haben eben gesehen, dass es vergleichsweise trocken ist in
Unterfranken. Wenig Regen bedeutet aber auch wenig Grundwasser.
Denn nur ein kleiner Teil des Regens kommt auch im Grundwasser an:
von 100 Litern nur 23! Das meiste Wasser verdunstet wieder. Aber
ob viel oder wenig Grundwasser im Untergrund vorhanden ist, hängt
nicht allein von der Menge an Regen ab, sondern auch davon, wie
gut die Gesteine das Grundwasser speichern können. Auf diesen
Bildern seht ihr, welche Gesteine es in Unterfranken gibt. Man sieht
gut, dass viele Gesteine Risse (wir sagen Klüfte) und Hohlräume
haben [zeigen]. Ab einer bestimmten Tiefe sind diese mit
Grundwasser gefüllt. Die blaue Linie nennt man Grundwasserspiegel.
Wer kann mir denn von Euch zeigen, wo wir ungefähr hier
sind und welches Gestein hier vorkommt?
Gesteine wie der Buntsandstein können das Wasser viel schlechter
speichern als zum Beispiel die Sande und Kiese im Maintal. Die können
10mal mehr Wasser speichern als so ein Sandstein. Was man auf den
Bildern auch sieht ist, dass auf den Gesteinen oft nur eine dünne
Bodenschicht liegt. Das bedeutet, dass das versickernde Regenwasser
schlecht gereinigt wird. Denn der Boden funktioniert wie ein Filter.
Kann sich das jemand von euch vorstellen? Was macht ein Filter?
Je dicker der Boden ist, desto sauberer wird das durchsickernde
Wasser.
Tafel
7: Grundwasser - der unsichtbare Schatz (oder Modell) (Thema: Wasserschutzgebiete)
An dem Modell kann man das, was ich eben über den Boden,
die Gesteine und das Grundwasser erzählt habe, noch mal gut
sehen. Man sieht das Grundwasser, wie es zu einem Brunnen fließt.
Das Gebiet, aus dem der Brunnen sein Wasser bekommt, nennen wir
Einzugsgebiet. Hier müssen viele Dinge, die gefährlich
sind für das Trinkwasser, verboten werden. Und zwar ist umso
mehr verboten, je näher man am Brunnen ist. Ihr seht den Zaun:
Das ist die Zone I. Da darf nur der Wasserwart hinein. In der anschließenden
Zone II darf nichts gemacht werden, wodurch Krankheitserreger (Bakterien)
in das Grundwasser gelangen können. Habt ihr eine Idee,
was dort verboten sein könnte? [Antwort: Tiere halten,
Toiletten bzw. Abwasserkanäle, Gülle]. Und in der
Zone III ist dann zwar etwas mehr erlaubt, aber man darf zum Beispiel
nicht zu viel düngen, keine Kiesgrube ausbaggern und auch keine
Mülldeponie anlegen.
Tafel
10: Landwirtschaft – Verantwortung für gutes Wasser (Thema:
Landwirtschaft)
Dieses Poster und auch die nächsten zeigen, welche Gefahren
es für das Grundwasser gibt und was man tun kann, um diese
Gefahren so gering wie möglich zu halten. Fangen wir also mal
an mit der Landwirtschaft. Auf dem Bild sieht man sehr schön,
wie dünn der Boden über dem Gestein im Untergrund ist.
Man sieht auch, wie in diesem Gestein - es ist wohl ein Kalkstein,
wie er in Würzburg zu finden ist - viele Hohlräume sind,
wo das Wasser schnell durchsickern kann. Wenn also ein Bauer zuviel
düngt, dann kann der überschüssige Dünger schnell
im Grundwasser landen. An dem kleinen Bildchen, das einen Ackerboden
zeigt, sieht man sehr schön, was mit dem Dünger (gelb)
im Boden passiert. Ein Teil nehmen die Pflanzen auf, hier zum Beispiel
Getreide (gelber Kreis). Ein weiterer Teil wird durch winzig
kleine Bodentiere in Gas verwandelt und verschwindet in die Luft.
Der Teil, der zu viel ist und der übrig bleibt, versickert
mit dem Regenwasser ins Grundwasser. Das heißt, der Bauer
muss sehr darauf achten, dass er nicht zuviel düngt. Sonst
muss man den Dünger, bevor man das aus dem Grundwasser geförderte
Wasser trinken kann, im Wasserwerk wieder herausfiltern. Und das
ist eine verdammt schwierige und teuere Angelegenheit! Da ist es
doch besser, wenn der Bauer gleich dafür sorgt, dass möglichst
wenig Dünger ausgewaschen wird. Gut ist zum Beispiel, wenn
möglichst immer etwas auf dem Acker wächst. Wenn der Weizen
oder ein anderes Getreide im Sommer geerntet wird, sollte der Bauer
immer gleich etwas Neues pflanzen. Denn immer wenn etwas wächst,
wird Dünger verbraucht und kann nicht ins Grundwasser gelangen.
Achtet mal selbst darauf, wie bei uns die Felder im Winter aussehen.
Am besten ist es, wenn die Ackerflächen mehr oder weniger grün
sind. Am allerbesten für das Grundwasser wäre es sogar,
wenn aus Äckern Wiesen gemacht würden. Aber das geht natürlich
nicht so einfach.
Tafel
15: Rohstoffabbau – die Vorräte sind endlich
(Thema: Kiesgruben und Steinbrüche)
Gefährlich für das Grundwasser ist es immer dann, wenn
die schützenden Bodenschichten über dem Grundwasser völlig
entfernt werden. So wie beim Abbau von Rohstoffen – so nennen
wir zum Beispiel Sand und Kies oder Steine im Steinbruch. Auf dem
Bild sieht man gut, was die Folge eines Gesteinsabbaus ist. Im Steinbruch
werden die Klüfte freigelegt, sodass der Regen ungefiltert
in den Untergrund eindringt. In der Kiesgrube wurde sogar so tief
gebaggert, dass ein See entstanden ist. Ihr könnt an der blauen
Linie, das ist der Grundwasserspiegel, gut erkennen, dass dieser
See ein Grundwassersee ist! Und jetzt glaube ich, dürfte
klar sein, was dann mit dem Grundwasser passieren kann? [Antwort:
Wenn etwas hineinfällt, ist es gleich im Grundwasser. Man kann
das Grundwasser eigentlich kaum noch schützen, weil es schutzlos
= ohne Bodenüberdeckung ist. Es besteht die Gefahr, dass jemand
Müll in den Baggersee schüttet].
Tafel
16: Infrastruktur –so umweltschonend wie möglich (Thema:
Verkehr und Entsorgung)
Auf diesem Bild sind verschiedene Gefahren für das Grundwasser
zu sehen, die es in den dichter besiedelten Bereichen Unterfrankens
gibt. Was kann man dort erkennen? [Antwort: Straßen,
Bahn, Häuser, Abwasserkanäle und -schächte, Mülldeponie].
Was kann damit alles passieren, das schlecht für das Grundwasser
ist? [Antwort: Autounfall, undichter Kanal,..]. Aufgrund dieser
möglichen Gefahren ist es wichtig, dass wenigstens in Wasserschutzgebieten
die Kanäle häufig auf ihre Dichtheit untersucht werden
oder das Straßenwasser gesammelt und aus dem Schutzgebiet
herausgeleitet wird. Mülldeponien sollten sicherheitshalber
gar nicht erst in Wasserschutzgebieten angelegt werden.
Tafel
17: Grundwasserschutz rund ums Haus – jeder ist gefordert
(Thema: Haus und Garten)
Wichtig ist, dass jeder der ein Haus oder Grundstück hat, selbst
darauf achtet, dass er das Grundwasser nicht verunreinigt. Hier
sieht man beispielsweise die Abwasserleitungen, die dicht sein müssen.
Im Garten soll man mit Dünger so sparsam wir möglich umgehen
und auf chemische Spritzmittel so weit wie möglich verzichten.
Auf keinen Fall darf man in seinem Garten Reinigungsmittel, Öl
oder Lackfarbe ausgießen. Und weil das Trinkwasser in Unterfranken
eher knapp ist, sollten wir, wo immer es geht, Wasser sparen. Man
kann zum Beispiel das Regenwasser in einer Regentonne sammeln und
zum Gießen verwenden. Das Wasser vom Dach gehört nicht
in den Abwasserkanal, sondern sollte dem Boden und damit dem Grundwasser
wieder zugeführt werden, z.B. in dem man die Regenrinne zu
einem Teich im Garten führt und das Wasser versickern lässt.
Schließlich konnte das Wasser, bevor das Haus gebaut wurde,
auch ungehindert im Boden versickern. Was fällt Euch noch ein,
was Ihr tun könnten, um Grundwassers zu schützen oder
um Wasser zu sparen?
4. Quiz
Das Quiz zur Ausstellung ist hier
als pdf-file herunterzuladen. Sie können auch die Kopievorlage
der Lehrerhandreichung „Projekt Wasser“ entnehmen, die
im Sommer 2004 an alle Grundschulen in Unterfranken verteilt wird.
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